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Erfahrungen mit dem Fahrdienst - Fahrgäste im Interview

Sarah Schultes: Wie lange nutzt Ihr den Fahrdienst schon?

Stefanie: Fast zwei Jahre.

Margarete: Seit Juli oder August 2010. Ich war eine der Ersten, die den Fahrdienst genutzt hat.

Sarah Schultes: Wohin fahrt Ihr mit dem Fahrdienst?

Verena: Ich fahre jede Woche in die OBA zum Singkreis und einmal war ich damit in Nürnberg zum Shoppen.

Stefanie: Ich fahre zu meinem Freund und jede zweite Woche zum Montagstreff in die OBA. Ich bin auch schon mal in die Disco, ins Alpenmax gefahren und habe mich um 24 Uhr wieder dort abholen lassen.

Margarete: Manchmal bin ich jeden Tag mit dem Fahrdienst unterwegs. Dann lasse ich mich nach Ansbach oder zum Singen, zum Lauftreff oder zur Sportgruppe der OBA fahren.

Sarah Schultes: Erinnert Ihr Euch noch an Eure erste Fahrt?

Stefanie: Zuerst wollte ich nicht mitfahren, weil es etwas Neues war, das ich nicht kannte. Aber dann hat es mir Spaß gemacht.

Mutter von Margarete: Magaretes erste Fahrt ging ins Alpenmax. Da hat sie sich zuerst geweigert mit zu fahren und sagte: „Dann mach ich lieber selber den Führerschein.“ Aber nach der ersten Fahrt fand sie den Fahrdienst richtig gut.

Sarah Schultes: Wie sieht eine Fahrt mit dem Fahrdienst bei Euch aus?

Margarete: Mein Fahrer klingelt immer, kommt rein und wartet, bis ich fertig bin. Dann steigen wir zusammen ins Taxi. Mein Fahrer hilft mir auch immer und trägt meine Trommel, wenn ich zum Singkreis gehe.

Stefanie: Bei mir wartet der Fahrer immer im Taxi. Ich kann mir dann schön Zeit lassen und bei ihm einsteigen. Wenn wir wieder zuhause ankommen, wartet er, bis ich an der Haustüre bin.

Sarah Schultes: Wie ist die Stimmung während einer Fahrt mit Euren Fahrern?

Margarete: Wir lachen oft und machen Späße zusammen. Einmal hat mich mein Fahrer Richard aus Nürnberg abgeholt und dann hat er salutiert wie ein Soldat als er mich zuhause abgeliefert hat. Das fand ich lustig!

Stefanie: Mit den Fahrern kann man sich gut unterhalten und sie fragen immer, wie es mir geht. Sie sind sehr nett und im Gegenzug gebe ich ihnen Tipps in Sachen Freund und Freundin.

Stefanie mit einem ihrer Fahrer

Sarah Schultes: Wie seid Ihr damals als es noch keinen Fahrdienst gab von A nach B gekommen?

Verena: Meine Eltern haben mich in die OBA gefahren.

Margarete: Meine Mama war mein Taxi.

Stefanie: Wozu gibt’s denn Eltern? (lacht)

Sarah Schultes: Welche Vorteile hat der Fahrdienst für Euch?

Verena: Ich kann jetzt auch zu Treffen gehen, wenn meine Eltern mal keine Zeit haben, mich zu fahren.

Mutter von Margarete: Ich kann mir jetzt mehr Zeit für mich nehmen. Damals als ich Maggie immer zur OBA gefahren habe, musste ich mir immer zwei Stunden Zeit bis zum Abholen in Ansbach vertreiben. Zwischendrin nach Hause fahren war da zu weit. Jetzt bin ich nicht mehr so eingebunden und wir sparen Benzin.

Vater von Stefanie: Es ist eine enorme Entlastung! Die Faktoren Zeit und Geld spielen dabei natürlich eine große Rolle. Und: Stefanie hat durch den Fahrdienst ein Stück Selbstständigkeit gewonnen.

Verena und Fahrerin

Sarah Schultes: Wie seid Ihr auf den Fahrdienst gekommen?

Verena: Durch die OBA und meine Mama hat schon davon gehört.

Stefanie: Mein Papa ist durch seine Arbeit darauf gestoßen.

Mutter von Margarete: Wir haben durch Freunde davon erfahren. Wir sagen es auch immer fleißig weiter.

 

Wie läuft das mit dem Fahrdienst in der Praxis?

Wie kann ich selbst den Fahrdienst nutzen und ist die Anmeldung kompliziert? Die Eltern unserer Fahrdienst-Expertinnen erklären, wie die Anmeldung abläuft und an wen man sich wenden kann.

Sarah Schultes: Wie funktioniert die Anmeldung für den Fahrdienst?

Mutter von Margarete: Das ist nicht kompliziert! Man muss beim Bezirk Mittelfranken anrufen und einen Bogen ausfüllen. Dort wird nach persönlichen Daten, dem Verdienst und ähnlichem gefragt. Die Anmeldung ist wirklich nicht aufwändig.

Vater von Stefanie: Dem kann ich nur zustimmen, und wenn es Probleme gibt, dann helfen Mitarbeiter einem gerne per Telefon weiter.

Mutter von Margarete: Wenn man den ausgefüllten Bogen zurückgeschickt hat, bekommt man in kurzer Zeit einen Bescheid für den Fahrdienst. Außerdem erhält man eine Liste mit Taxiunternehmen, die für den Fahrdienst zugelassen sind, und einen Berechtigungsschein mit den Fahrten.

Vater von Stefanie: Auf dem Berechtigungsschein stehen entweder die einzelnen Fahrten, die man zur Verfügung hat. Das können zum Beispiel 120 Stück sein. Oder man hat sich für die Abrechnung in einzelnen Kilometer entschieden, dann können es 2.000 Kilometer pro Jahr sein.*

Mutter von Margarete: Die Fahrten oder Kilometer reichen immer für ein Jahr. Vor Ablauf des Jahres erinnert die Behörde uns, einen neuen Berechtigungsschein zu beantragen.

Sarah Schultes: Wie wird der Berechtigungsschein für den Fahrdienst benutzt?

Verena: Man zeigt den Schein, wenn man ein- oder aussteigt. Dann trägt der Fahrer, die gefahrenen und die verbleibenden Kilometer ein. So sehe ich immer, wie viele Kilometer ich noch habe.

Mutter von Margarete: Auf unserem Berechtigungsschein wird nach einzelnen Fahrten abgerechnet.

Margarete: Die Fahrten streicht der Fahrer nach der Fahrt durch.

Sarah Schultes: Was müsst Ihr machen, um eine Fahrt mit dem Fahrdienst zu bestellen?
Verena: Man muss einen Tag vorher anrufen und Bescheid geben, wann und wo es hingeht. Wenn man wieder abgeholt werden will, muss man das auch sagen.

Stefanie: Mein Fahrer hat einen Zettel mit meinen Terminen in der Sonnenblende. Ich gebe ihm immer meine Termine für meine nächsten Fahrten.

Margarete: Wenn man Glück hat, geht es auch sehr kurzfristig. Wir haben schon einmal morgens für eine Fahrt am Nachmittag angerufen, und es hat geklappt.

Interview: Sarah Schultes

* Für die aktuellen Zahlen und Sätze zum Fahrdienst bitte beim Bezirk Mittelfranken erkundigen.

Sarah Schultes

Sarah Schultes hat Journalismus in Ansbach studiert. Sie ist 23 Jahre alt und kommt ursprünglich aus dem oberfränkischen Marktredwitz. Während ihres Studiums hat sie in der OBA ehrenamtlich geholfen. Jetzt wohnt sie in Köln. Sie arbeitet dort als Volontärin beim Kinderfernsehen.

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